Die 10 größten Denkfehler der Österreicher bei der Geldanlage (Teil 1)

Hallo liebe Geldhamster-Gemeinde !

Nach der Mehr-oder-Weniger-Sommerpause, in der ich hauptsächlich Investmentideen veröffentlicht habe, werde ich heute bzw. nächste Woche wieder einmal Artikel veröffentlichen, die helfen sollen, deinen finanziellen IQ zu steigern. Im Großen und Ganzen werde ich die wichtigsten Themen auffrischen, die ich schon in meinen Beiträgen seit der Gründung des Blogs im Jänner thematisiert habe – ganz einfach darum, weil es wichtig ist, sich diese essentiellen Dinge immer wieder vor Augen zu halten um finanziell erfolgreicher zu werden 🙂

„Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein.“
Thomas Carlyle (schottischer Essayist und Historiker)

  1. Bezahle zuerst Dich selbst und spare mind. 10% deines Einkommens!
    Es ist wichtig, zuerst auf die eigenen Interessen zu schauen. Damit meine ich nicht, dass man sein Geld gleich am Monatsanfang für schöne Dinge zum Fenster raushauen soll, sondern dass man mindestens 10% seines Einkommens spart, um langfristig das eigene Vermögen aufzubauen und zu vermehren. Das ist am Anfang vielleicht nicht viel, durch das stetige Ansparen und die große Macht des Zinseszins wächst das Vermögen jedoch bei der richtigen Anlage ganz einfach im Laufe der Zeit von selbst und das auch immer schneller. Man darf nur nicht ungeduldig werden und muss das Ganze wirklich langfristig sehen – der Erfolg stellt sich dann von selbst ein!
  2. Konsumiere nur was du wirklich brauchst!
    Konsum ist der Hauptgrund, warum die meisten Menschen es nicht schaffen, sich etwas auf die Seite zu sparen, geschweige denn ein Vermögen aufzubauen. Grund ist meist der Geltungsdrang bzw. der Stolz, sich selbst oder Anderen beweisen zu müssen dass man sich beispielsweise das neueste Iphone leisten kann und es auch gleich beim Erscheinungstermin haben muss (obwohl man weiß, dass man es 3 Monate später um 200 EUR billiger bekommt). Dass dann nicht wirklich was zum Sparen bleibt, wenn man dafür einen halben Monatslohn ausgibt, versteht sich von selbst. Wirklich (erfolg)reiche Menschen frönen nicht dem allgemeinen Konsumwahn, sondern leben bescheiden. Der wohl größte Investor unserer Zeit, Warren Buffett beispielsweise, fuhr noch einen alten VW Käfer als er schon längst Multimillionär war, er lebt nach wie vor in seinem Haus in Nebraska, welches er 1958 für etwas mehr als 30.000 Dollar gekauft hat und zahlt sich seit 25 Jahren ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar aus. Das mag für unsereins recht viel klingen, aber für einen Menschen mit geschätzten 65 Milliarden Dollar Vermögen, fällt dieser Lohn dann doch recht bescheiden aus (wer nachrechnen will, das sind gerade einmal 0,00015 % seines Vermögens ! ). Das liegt daran, dass er weiß, dass sein Geld an der Börse besser aufgehoben ist, da es dort für ihn arbeitet und vermehrt wird, wenn er es hingegen ausgeben würde, wäre es ein für alle Mal weg. Natürlich kann man sich ab und zu etwas Schönes gönnen oder mal einen schönen Urlaub verbringen, man soll aber nie das langfristige Ziel aus den Augen verlieren, dass man sich finanziell besser aufstellen möchte – die Ausgaben müssen also auch zu den jeweiligen Einkommensverhältnissen passen – wobei wir gleich beim nächsten Thema wären:
  3. Verliere nicht den Überblick über deine persönliche Einnahmen/Ausgaben-Situation!
    Um dies zu vermeiden, erstellst du dir am besten einen persönlichen Finanzplan– wie du das machst habe ich dir in diesem Beitrag  bzw. in dem zweiten Beitrag erklärt. Hierzu ist vielleicht noch anzumerken, dass bestimmte Kosten nicht monatlich anfallen. Um von diesen nicht irgendwann „überrascht“ zu werden ist es sinnvoll sich einmal die Kosten eines ganzen Jahres zusammen zu rechnen, also zB die Betriebskosten (Heizung, Strom, Wasser, Müll usw.) bzw. auch Versicherungen/Mitgliedsbeiträge die zB nur einmal jährlich anfallen und die gesamten Kosten dann durch 12 zu teilen um den aliquoten monatlichen Teil zu ermitteln. Ich habe für diese Kosten ein eigenes Sparkonto eröffnet (diese sind bei den meisten Banken kostenlos) und mit meinem E-Banking verknüpft. Auf dieses Konto habe ich von meinem Gehaltskonto einen monatlichen Dauerauftrag laufen und wenn diese Kosten dann tatsächlich anfallen, buche ich diese vom Sparkonto wieder auf mein „normales“ Gehaltskonto zurück. So erlebe ich keine bösen Überraschungen, bzw. muss nicht daran denken wenn dann am Jahresanfang auf einmal hunderte Euro abgebucht werden, da ich dafür schon zuvor „gespart“ habe und habe so einen sehr guten Überblick über meine monatlichen Ausgaben bzw. wie viel mir dann pro Monat tatsächlich übrig bleibt. Einmal jährlich erfolgt dann eine Anpassung des Dauerauftrages (meistens nach oben, da ja leider nichts billiger wird 😉 ) und das war’s dann auch schon 🙂
  4. Vermeide unnötige Schulden!
    Das ist einer der wichtigsten Punkte, der unserer Vermögensbildung im Weg steht. Natürlich kann man (vor allem in jungen Jahren und am Beginn der Berufslaufbahn) Schulden meist nicht vollkommen vermeiden, man möchte ein eigenes Auto haben, eine eigene Wohnung usw., ganz einfach unabhängig sein. Nun ist es auch aufgrund der derzeitigen Niedrigzinsphase sehr verlockend, sich einiges auf Pump zu leisten. Doch genau hier liegt der Fehler, Schulden sollte man nur für Dinge machen, welche wirklich absolut notwendig sind. Braucht man zum Beispiel beruflich unbedingt ein Auto und hat noch kein oder zu wenig Erspartes und helfen auch die Eltern nicht aus, bleibt einem wohl oder übel nichts anderes übrig, als sich einen Kredit oder ein Leasing aufzunehmen. Es muss ja aber nicht gleich ein neues Auto sein (was ich ohnehin keinem raten würde, denn fährt man damit beim Autohaus hinaus, ist es schon um 10-20% weniger wert) oder gleich ein Audi oder BMW, sondern man kann sich hier Einiges sparen, wenn man sein Prestige ein wenig zügelt und das Fahrzeug als das sieht, was es auch ist: ein Gebrauchsgegenstand, mit dem man von A nach B kommt. Auch bei der Wohnung oder beim Hausbau sollte man sich die Frage stellen, ob man wirklich Eigentum haben will oder ob man nicht in Miete besser fährt. Natürlich gibt es das Argument, dass das Haus oder die Eigentumswohnung einem nach Abzahlung des Kredits gehört. Man muss sich dann aber auch um alles selbst kümmern, zahlt ein halbes Leben lang Geld dafür zurück und nach 20-30 Jahren, wenn der Kredit endlich zurückbezahlt ist, kann man sich schon einen Neuen für die Sanierung aufnehmen. Finanziell sinnvoller wäre es zum Beispiel wenn man sich eine Eigentumswohnung auf Kredit kauft, diese jedoch nicht selbst bewohnt sondern vermietet und der Mieter zahlt die Kreditrate für Einen zurück und womöglich bleibt sogar noch ein Wenig übrig – denn dann gehört einem nach beispielsweise 20 Jahren eine Wohnung und man generiert daraus noch einen monatlichen Cashflow – über solche Dinge zuerst nachzudenken und erst dann zu entscheiden – DAS ist finanzielle Intelligenz!
    Was man auf jeden Fall vermeiden muss sind Konsumschulden! Im Elektromarkt oder beim Versandhaus Dinge auf Raten zu kaufen, kommt einer Todsünde des finanziellen IQ’s gleich. Erstens sind diese Lockangebote trotz vieler 0%-Finanzierungs-Angebote im Endeffekt mit Bearbeitungsgebühren usw. viel teurer, man hat zusätzliche monatliche Belastungen und sollte man wirklich einmal bei der Bank einen Kredit für wichtige Dinge brauchen, scheinen diese Dinge dort auf und es ist viel schwieriger dann den Kredit zu bekommen und vor allem auch von den Konditionen her um einiges teurer. Lass also von solchen Dingen unbedingt die Finger – wie schon oben beschrieben, denke zweimal nach ob du bestimmte Dinge brauchst und wenn, dann kauf diese nicht auf Pump!
  5. Jeder Prozentpunkt bei der Anlage ist auf lange Sicht Gold wert!
    Auch wenn Aktien oft als Spekulationswerkzeug mit hohem Risiko verteufelt werden, so sind diese auf lange Sicht und weltweit gesehen mit 5-8 % p.a. doch eine der ertragreichsten Varianten der Geldanlage. Aktien sind außerdem eine direkte Form der Unternehmensbeteiligung, man ist also als Aktionär direkt an den Erfolgen und Gewinnen der jeweiligen Unternehmen beteiligt. Natürlich können Aktienkurse wie auch Gewinne der Unternehmen schwanken, aber auf einige Jahre gesehen und breit gestreut, fährt man mit Aktieninvestments auf jeden Fall sehr schöne Gewinne (auch aufgrund der jährlichen Dividenden) ein. Die breite Streuung gelingt am besten in Form von ETFs (das sind börsenotierte Fonds, welche direkt verschiedene Börsenindizes wie zB den DAX oder Dow Jones abbilden) und hier ist es am einfachsten, sich von Ginmon ein breit gestreutes Weltportfolio zusammenstellen zu lassen, dort braucht man nur seine Risikoneigung angeben und es wird ein auf dieses Risikoprofil abgestimmtes Portfolio erstellt, auf welches man mit monatlichen Sparraten bequem einzahlen und ansparen kann.
    Auch die relativ neue Anlageform des Crowdinvestings ist für einen gewissen Teil der Geldanlage eine sehr interessante Alternative und sollte in einem breit gestreuten Portfolio auf jeden Fall Beachtung finden. Hier sind ebenfalls bei relativ kurzen Laufzeiten (meist 1-5 Jahre) Zinsen von meist 5-8% p.a. drinnen. Man investiert hier ebenfalls direkt in Unternehmen, in diesem Fall jedoch hauptsächlich in Klein- und Mittelunternehmen sowie Startups, und zwar in Form von nachrangigen Darlehen oder man ist mit einem gewissen Prozentsatz direkt am Unternehmen beteiligt (im Prinzip wie bei Aktien) und daher auch direkt am Gewinn oder einem möglichen späteren Verkauf des Unternehmens. Diese Form der Finanzierungen wird immer beliebter, denn einerseits können Banken aufgrund diverser Regulierungsvorschriften nicht mehr die volle Summe der benötigten Investitionsausgaben der Unternehmen finanzieren, andererseits bekommen die Unternehmen aufgrund des höheren Eigenkapitalanteils (die Darlehen der Crowd werden nämlich als Eigenkapitalersatz gesehen) natürlich bessere Konditionen bei den Banken. Die Crowdfinanzierung macht ja immer nur einen kleinen Teil der gesamt benötigten Summe eines Projekts aus und daher ist es für die Unternehmen auch verkraftbar, wenn sie zB 20% der Investitionssumme für die Crowd mit 6% verzinsen und bei der Bank dafür für die restlichen 80% ein bis zwei Prozentpunkte weniger als sonst zahlen. Es ist also eine Win-Win-Situation, sowohl für den Unternehmer, als auch für den Anleger, der höchst attraktive Zinsen erhält 🙂

Das waren die ersten 5 Punkte, an die man bei seiner Geldanlage unbedingt denken sollte, die nächsten 5 Punkte folgen nächste Woche. Auch werde ich demnächst wieder die neuesten Projekte aus der Crowdinvesting-Szene vorstellen.
Bleib also dran am Weg zu mehr Vermögen und weniger Schulden!
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