Ein Plädoyer für mehr Sozialismus im Kapitalismus

Hallo liebe Geldhamster-Gemeinde !Hamster

Ich möchte heute kurz den ewigen Machtkampf zwischen Anhängern dieser beiden Wirtschaftsrichtungen beleuchten.

Eines gleich vorweg, Sieger wird es wohl (wie auch schon in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten) keinen geben, da meiner Meinung nach jede der beiden Ideologien ihre Daseins-Berechtigung und auch jede Vor- wie auch Nachteile hat. Die Kunst, die bisher noch keinem so wirklich gelungen ist, besteht darin, das Beste aus beiden Richtungen zu kombinieren und so den Wohlstand möglichst gerecht zu verteilen sowie die Leistungen des jeweils Anderen zu respektieren und anzuerkennen.

Ein Problem, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, liegt vor allem darin, dass diese die Macht des Zinseszinses mit ihrem Vermögen natürlich perfekt ausnutzen können.

Wenn ein Millionär oder Milliardär zB 1 Mio. Euro für 1 Jahr zu 2% anlegt, hat er nach einem Jahr um 20.000 EUR mehr (ganz simpel ohne Steuern gerechnet), dafür muss der einfache Arbeiter schon ein halbes Jahr arbeiten und wenn er sich dann mal zB 10tsd Euro erspart hat und das Ganze ein Jahr lang zu den selben Konditionen anlegt, schauen gerade mal 200 EUR raus. Daher ist es ganz logisch, dass sich deren Vermögen noch viel schneller vermehrt als das des klassischen Durchschnittsbürgers. Natürlich haben diese Menschen (meist) auch einen ganz anderen Lebensstil als unsereins, aber die wirklich Reichen mit Milliarden-Vermögen können ihr Geld ohnehin in einem Leben niemals ausgeben, da sich das Geld schneller vermehrt als diese es verkonsumieren können.

Doch wie lässt sich hier ein wenig „Gerechtigkeit“ zwischen Arm und Reich erreichen?
Das fängt vor allem damit an, dass diese Leute (die ja meist in irgendeiner Form Unternehmer sind) auch bei ihrer Geldanlage unternehmerisch denken und sich dem unternehmerischen Risiko bewusst sein müssen. Es kann nicht sein, dass in guten Jahren die Investoren fleißig Dividenden durch die Gewinne ihrer Firma (ermöglicht durch deren Arbeiter und Angestellte)einheimsen und in schlechteren Jahren, die früher oder später kommen, das Herzstück der Firma – nämlich die Mitarbeiter – für einen eventuellen Verlust oder oft sogar nur Gewinnrückgang(!) bezahlen müssen, indem sie gekündigt werden – nur um den Investoren weiterhin hohe Ausschüttungen zu garantieren. Einem Investor oder Unternehmer muss klar sein, dass es nicht nur rosige Zeiten gibt und er sich dann eben mit weniger Gewinn oder einmal mit einem Jahr ohne Ausschüttung zufrieden geben muss um die finanzielle Basis des Unternehmens zu stärken. Natürlich gibt es auch Zeiten in denen durch Veränderungen des Unternehmens betriebsbedingte Kündigungen nicht zu vermeiden sind – jedoch ist sicher durch ein wenig Verzicht bei den Eigentümern (die meist ohnehin mehr als genug Geld haben) ein Großteil der Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Ein zweiter Punkt sind natürlich auch die Steuern (von denen übrigens manche Reiche selbst gerne mehr zahlen würden). Es ist klar, dass hier die oberste Elite deutlich mehr beitragen muss als ein kleiner Arbeiter, da wie oben beschrieben ja auch das prozentuelle Verhältnis bei der Vermögensvermehrung rasend ansteigt. Und hier rede ich nicht vom Klein- und Mittelunternehmer, der sich ein paar hunderttausend Euro erarbeitet hat, sondern wirklich von den Milliarden-Besitzern – kein Mensch braucht als Einzelperson mehr als eine Milliarde Euro – selbst wenn er diese Milliarde nur zu 1 Prozent verzinst, bekommt er pro Jahr 10 Millionen Euro an Zinsen – womit wohl jeder normal denkende Mensch ganz gut leben kann. Hier wäre zB die Möglichkeit einen Cut ab einer gewissen Einkommensgrenze (und hier wirklich nur das jährliche Einkommen abzüglich eventueller Investitionen in Betriebe und somit Arbeitsplätze oder Spenden an soziale Organisationen) zu machen. Diese Grenze kann natürlich jährlich an irgendeinen Indikator wie zB die Inflation angepasst werden. Auch wäre eine progressive Steuer für zB Kapitalerträge sinnvoll, denn ich sehe nicht ein, dass ich als Angestellter, der für seine Kinder oder Pension ein wenig vorsorgen will, die selben 27,5% Steuer zahle wie zB ein Millionär der mit der selben Aktientransaktion aufgrund höherer Stückzahl das hundert- oder tausendfache an Gewinn macht (und womöglich durch die Transaktionen über Stiftungen sogar noch Steuern spart). Hier könnte es ähnlich wie bei der Einkommensteuer gestaffelte Tarife geben.

Insgesamt müssen aber die Reichen weltweit nur ein klein wenig umdenken um der Welt und dem sozialen Frieden einen großen Gefallen zu tun.
In Amerika zB haben im Jahr 2010 einige Milliardäre das Projekt The Giving Pledge gestartet, bei dem sie das Versprechen abgeben, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden – so etwas müsste weltweit Schule machen um die Kluft zwischen Arm und Reich ein wenig zu schmälern bzw. deren Anstieg etwas zu verlangsamen.

Man wird sehen wie lange sich die Revolution der vielen Kleinen gegen die wenigen Großen noch aufhalten lässt – der Unmut wird jedoch zunehmend größer und wenn die Elite das nicht bald einsieht und ein wenig von ihrem großen Kuchen freiwillig abgeben werden sich die Kleinen ihren Teil eben irgendwie holen…

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