Die neue Form der Unternehmensfinanzierung – Crowdfunding/Crowdinvesting

Hallo liebe Geldhamster-Gemeinde !Hamster

Heute stelle ich dir eine relativ neue Form des Investierens vor:
Crowdinvesting oder auch Crowdfunding

Vielleicht hast du davon schon gehört, oder auch schon selbst erste Erfahrungen damit gemacht, wenn nicht, werde ich es dir kurz erklären.

Vielleicht ist dir in den letzten Jahren der „Dauerkrise“ schon das Wort Kreditklemme untergekommen. Da wird den Banken von Politikern und Notenbanken vorgeworfen, dass zu wenig Kredite vergeben werden und dadurch die Wirtschaft nicht in Schwung kommt.
Diese Probleme sind jedoch hausgemacht, da genau diese Politiker nach der Lehman-Pleite 2007 und in den Jahren danach immer härtere Regulierungen eingeführt haben, welche die Kreditvergabe aufgrund immer höherer Anforderungen an Sicherheiten und Eigenmittel für die Banken selbst immens einschränkt. Wie dieses Problem zu lösen ist – darüber sollen sich die Leute den Kopf zerbrechen, die solche Überregulierungen und unangenehme Nebenerscheinungen wie Negativzinsen einführen.

Was ist also nun das eigentliche Problem? Unternehmen (vor allem junge Startups usw.) haben zwar Ideen und Innovationen anzubieten, jedoch oft nicht die Möglichkeit, diese auch umzusetzen, da es an der Finanzierung scheitert. Natürlich haben diese Unternehmen nur sehr wenig Eigenkapital (woher auch, wenn man ein Unternehmen frisch gründet und nicht gleich einen Millionär als Investor bei der Hand hat), dadurch bekommen Sie von ihrer Hausbank auch keinen Kredit – da hier eine gewisse Eigenmittelquote Bedingung ist.

Die Lösung, oder einen Teil der Lösung können hier sogenannte Crowdinvesting-Plattformen bieten. Diese bieten Unternehmen an, von der „Masse“ also von Leuten wie dir oder mir, Geld zu leihen, welches das Unternehmen dann meist bei der Bank als Eigenkapital vorweisen kann.

Hier ein kleines ganz fiktives Beispiel um das zu veranschaulichen:

Die Firma Geldhamster AG benötigt für die Markteinführung ihres neuesten, höchst innovativen Produktes 1.000.000 EUR (um das Produkt in Serie herstellen zu können, um es zu vermarkten usw.). Da die Geldhamster AG jedoch noch ein recht junges Unternehmen ist und erst ein Eigenkapital von zB 100.000 EUR hat, benötigt die Firma einen Kredit. Die Bank verlangt jedoch 30% Eigenmittel (also 300.000 EUR) um der Geldhamster AG einen Kredit mit einer Verzinsung von sagen wir 3% zu gewähren. Die Geldhamster AG geht nun zu einer Crowdinvesting-Plattform und möchte dort die restlichen 200.000 EUR aufbringen. Die Firma denkt, dass das Produkt in 5 Jahren genug Geld bringt, um die Eigenmittel aus eigener Kraft aufzubringen, daher wählt sie für die Crowd-Investoren eine Laufzeit von 5 Jahren. Diese Investoren möchten aber für ihr Risiko (Unternehmensrisiko, meist ist das dort investierte Geld auch nachrangig, sprich im Falle einer Insolvenz ist man einer der letzten, der aus der Konkursmasse Geld bekommt) auch eine entsprechende Rendite haben – somit muss die Geldhamster AG den Investoren der Crowd eine Verzinsung von zB 6% anbieten – also doppelt so viel wie sie bei der Bank für ihren Kredit bezahlt. Auch die Crowdinvesting-Plattform nimmt dem Unternehmen zB 1% der Gesamtsumme als Provision für ihre Dienstleistung ab. Für die Firma ist es aber trotzdem ein gutes Geschäft, weil sie nur durch dieses zusätzliche „Eigenkapital“ zu ihrem Kredit bei der Bank und somit zur Serienproduktion ihres neuen Produktes kommt.

Es ist also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten:

  • das Unternehmen kann sein Produkt am Markt einführen und somit vielleicht ein sehr gutes Geschäft machen, womit sich die Investition auf lange Frist sehr gut bezahlt macht
  • die Bank kann dem Unternehmen aufgrund der nun vorhandenen Eigenmittel den Kredit gewähren und verdient an diesem Kreditgeschäft
  • die Crowdinvesting-Plattform bekommt auch ihren Provisionsanteil
  • und natürlich die fleißigen Crowd-Investoren bekommen für ihren Mut zum unternehmerischen Risiko eine schöne Rendite im ohnehin derzeit rekordniedrigen Zinsumfeld, sowie oft auch am Ende der Laufzeit eine Beteiligung an der Steigerung des Unternehmenswertes  – Beteiligungen an den unterschiedlichsten Projekten sind übrigens meist schon mit geringen Beträgen möglich (meist ab 100-200 EUR), man kann also sein Risiko schön auf mehrere Projekte streuen um nicht im Ernstfall von einer einzigen Firma abhängig zu sein!

Um noch den Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting zu erklären (auch wenn diese Begriffe oft vermischt oder falsch dargestellt werden):

  • Crowdinvesting ist eine Form der Unternehmensbeteiligung bzw. Unternehmensfinanzierung wie im obigen Beispiel beschrieben
  • beim Crowdfunding werden meist Spenden gesammelt um ein Projekt oder ein Produkt zu entwickeln. Davon hat man meist nicht viel, ausser dass man vielleicht zu den ersten gehört, welche das Produkt dann (oft zu einem günstigeren Preis) erwerben können.

Crowdinvesting/funding-Plattformen sind in den letzten Jahren wie Schwammerl aus dem Boden geschossen, ich werde in meinem Blog immer wieder einige Projekte, die mir gefallen vorstellen. Hier noch eine kurze Auflistung der bekanntesten Crowdinvesting-Plattformen in Österreich:

  • Homerocket – eine Plattform auf der man in Immobilienprojekte investieren kann (auch bei meinen alternativen Investments vorgestellt)
  • Greenrocket – die Schwesternplattform mit Investitionen in nachhaltige und umweltbewusste Projekte
  • Conda – unterschiedliche Projekte aus allen Bereichen
  • 1000×1000 –  unterschiedliche Projekte aus allen Bereichen
  • Dagobertinvest – recht neue Plattform, bei der nur in etablierte und geprüfte Unternehmens- und Immobilienprojekte investiert wird – es werden also keine Startups angenommen

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Überblick über diese neue, spannende Art des Investierens geben und vielleicht probierst du mal mit kleinen Beträgen das eine oder andere Projekt aus – es ist auch eine schöne Alternative zur Wertpapieranlage  😉

Wenn Du noch Fragen hast, nutze gerne die Kommentar- oder Kontakt-Funktion und wenn Du meinen Blog noch nicht abonniert hast, freue ich mich über Dein Interesse, damit Du nichts auf dem Weg zu mehr Vermögen und weniger Schulden verpasst :-) Abonnieren kannst Du den Blog rechts oben!

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